Wolfgang Steiner Photography - MyBlog
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5 Jahre wolfgangsteiner.com

In diesen 5 Jahren haben über 100.000 Personen (mit eindeutig zuzuordnenden IP-Adressen) aus 118 verschiedenen Ländern meine Homepage aufgerufen und im Schnitt 3:00 min auf ihr verbracht.

Dies ist ein großartiger Erfolg und ich bin sehr dankbar dafür als "kleiner" Amateurfotograf so weit gekommen zu sein. Mein Dank gilt dabei ganz besonders NIKON Österreich, Gitzo, Kenyon Laboratories und allen anderen Förderern meiner Kunst. Ohne euch hätte ich das nie erreicht. Vielen Dank für eure Unterstützung und all die Hilfe!

 

Vor exakt 5 Jahren, im Jahre 2005 hatte ich eine verrückte Idee. Ich wollte die Fotografie, die zweite Liebe meines Lebens, nicht mehr nur so zum Spaß sondern kommerziell betreiben, also mit dem fotografieren auch ein wenig Geld nebenbei verdienen. Mir war natürlich klar, dass tausend andere, teils viel bessere Amateurfotografen genau dieselbe Idee gehabt hatten und gescheitert waren. Wer möchte nicht gern seinem Hobby fröhnen und gleichzeitig Geld verdienen?

Trotzdem wollte ich es versuchen. Wobei meine Vision weniger der Homepage an sich, denn der Fotografie galt. Da ich bereits seit 1988 fotografierte, aber erst 2005 vollständig vom analogen Lager zur Digitalfotografie gewechselt war, beschäftigten mich Bildrauschen und scannen von Dias zu jener Zeit noch sehr. Ich erkannte, dass es nur eine Möglichkeit gab herauszufinden ob ich nur ein eingebildeter Amateur, oder doch der Profifotograf für den ich mich vielleicht fälschlicherweise hielt, war.

So fasste ich den Plan, mich bei einigen der rennomiertesten Hotels weltweit als Fotograf für Werbeaufnahmen zu bewerben. Wie aber sollte sich ein unbekannter Fotograf aus dem fernen Wien in Afrika bewerben, wenn nicht über seine aussagekräftige Homepage? Gedacht, getan! Binnen weniger Monate entstand dann diese kleine private, freifinanzierte, vor allem aber werbefreie Homepage. Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge als ich neben meinem Job nächtelang mit meinem guten Freund Zagon Hornik, welcher diese Homepage programmierte, beisammen saß und Details ausbrütete.

Sehr holprig war dann der Weg vom Konzept bis hin zur echten Homepage. Unzählige Male mussten wir Änderungen vornehmen, oft scheiterte es an winzigen Kleinigkeiten, die sich einfach nicht realisieren liessen. Als Beispiel sei hier der Weltraum 3-D Animations-Kurzfilm, welcher sich ganz oben auf der Mainpage befindet, genannt. Tausende Einzelaufnahmen unzählige Änderungen der Perspektive und viele Tage rendern waren nötig um diese Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. Möglich machte dies mein unermüdlicher und sehr kreativer Partner Patrick Hölscher.

Die Planung für meine große Asien-Afrikarundreise sollte dann aber fast 2 Jahre in Anspruch nehmen bis ich tatsächlich ins Flugzeug einstieg und meine Aufträge binnen 8 Wochen in Nepal, Namibia, Botswana, Zimbabwe, Süd-Afrika und den Seychellen abarbeiten konnte. Diese Reise markierte den Wendepunkt für mich und meine Fotografie. Ich wusste, dass dies meine erste und einzige Chance sein würde mir selbst und der Welt zu beweisen das ich es konnte und genau mit jener Einstellung ging ich so professionell es mir eben irgend möglich war, an die Sache heran.

Wieder zurück in Europa zeigte sich dann beim sichten der Ergebnisse, dass alles was ich davor von professioneller Fotografie gelaubt hatte zu wissen, nicht einmal den Speicherplatz Wert gewesen war auf dem die Dateien gespeichert waren. Niemand kauft Bilder die Szenen des täglichen Lebens zeigen, so sie nicht speziell für eine Werbung benötigt und bestellt wurden. Aber auch hierzu sind noch allerlei Dinge wie Model-Releases von allen Beteiligten, Beleuchtung, Stylisten usw. erforderlich, was natürlich niemand dabei hat, der nur so drauflos knipst.

Kurz um, die Reise war spannend und auch sehr lehrreich, zeigte mir aber auch deutlich wo meine Grenzen lagen und worauf ich mich konzentrieren musste, wollte ich erfolgreich meine Landschaftsaufnahmen bei renommierten Agenturen im Ausland verkaufen.

Ich möchte dieses Jubiläum aber auch dazu nutzen um ein paar Gedanken zum Thema Internetpräsenz niederzuschreiben. Gab es noch vor zwei Jahrzehnten überhaupt kein Internet und auch keine E-Mails, ist es heute de facto undenkbar nicht in irgendeiner Form im world wide web vertreten zu sein. Da werden Profile mit allerlei persönlichen Daten auf Plattformen wie Facebook oder Twitter gefüttert und private Fotos von wilden Partys online gestellt.

Kaum jemand der so nicht binnen weniger Klicks gefunden werden kann. Über die Konsequenzen aber macht sich kaum jemand Gedanken, denn je mehr Daten öffentlich über die eigene Person verfügbar sind, desto gläserner wird man als Mensch und die Privatsphäre ist schneller beim Teufel als einem lieb ist.

Wie bereits erwähnt verfolgte ich beim erstellen dieser Homepage ursprünglich aber ganz andere Ziele. Als Fotograf wünscht man sich möglichst viele Menschen rund um den Globus auf sich aufmerksam machen und eine Bilder bestmöglich verkaufen zu können. Nach fast 5 Jahren kann ich euch nun verraten, dies funktioniert so nicht.

Man erreicht zwar viele Menschen, diese kaufen aber keine Fotos!

Und obwohl dies seltsam anmuten mag geht es doch genau darum. Wozu macht jemand eine Homepage, die, wenn sie regelmäßig upgedated und erneuert wird, monatlich viel Geld (resp. Zeit) kostet? Rein zum Vergnügen? Mag sein das es den einen oder anderen gibt, für den der reine Spaß reicht. Die meisten nicht kommerziellen Homepages die ich kenne schlafen aber spätestens nach ein paar Monaten der anfänglichen Euphorie rasch wieder ein und werden gar nicht bis sehr sporadisch upgedated.

Dieses Phänomen macht sich auch hier bei mir bemerkbar. Manchmal freut es mich Monatelang nicht, dann wieder werden fast täglich neue Artikel und Bilder upgeloadet. Falls ihr euch schon gefragt habt wieso dies so ist, hier kommt die Antwort. Von den Leuten die meine Homepage lesen habe ich in all den 5 Jahren erst eine handvoll Bilder verkaufen können, die Seite kostete im selber Zeitraum aber tausende Euros.

Sie ist dem zufolge unwirtschaftlich und müsste objektiven Kriterien nach geschlossen werden.

 

 

Zumindest behauptet dies Googles Spionage Programm Analytics, welches aber nicht von Anbeginn an installiert war. Eine beachtliche Zahl für einen Amateurfotografen könnte man meinen und doch bin ich nicht ganz zufrieden.

Der meistgelesenste Bericht hier auf wolfgangsteiner.com war leider jener über die Nikon D3.

Über 11.700 Leute, meist Forenuser einschlägiger Fotografieforen, zerissen sich ihr Maul darüber, wie sich Herr Steiner erdreisten und diese ach so tolle Kamera schlecht reden konnte. Um ganz ehrlich zu sein war der Artikel aber gar nicht so ernst gemeint wie ihn alle Welt aufgefasst hatte, wollte ich den Menschen da draussen doch nur einen Spiegel vor die Nase halten und sie darauf aufmerksam machen wie sehr wir alle zu Konsumtrotteln erzogen wurden. Egal was der hoch gelobte Fortschritt uns bringt, wir nehmen es dankend an und kaufen den Dreck sogleich (siehe das völlig unnötige iPad) egal ob wir ihn benötigen oder nicht.

Erst an zweiter Stelle kam, etwas überraschend, der erschütternde Bericht über die AIDS-Kranken vom Kloster Wat Phrabat Nampu. Insgesamt 7266 Menschen lasen über 6:00 Minuten lang diesen Tatsachenbericht. Leider half das den Kranken dort aber trotzdem nicht, denn die von mir ins Leben gerufene Spendenaktion brachte es in einem ganzen Jahr nur auf lächerliche 1533,00 Euro. Ein echtes Armutszeugnis unserer selbstgefälligen Zivilisation.

Bereits an dritter Stelle des Contents steht witzigerweise ein Testbericht, welchen ich binnen eines Nachmittags mit der damals recht neuen Panasonic Lumix DMC-LX3 erstellte. Lustig deshalb, weil ich die Kamera selbst nie besonders mochte und sie bereits nach wenigen Wochen wieder verkauft hatte.

Ebenfalls sehr spannend, dass der Blogeintrag auf Platz 4 jener über den Kenyon KS-4 Gyro Stabilisator ist. Kennt doch kaum jemand auch nur die Funktionsweise eines solchen Geräts dürfte ich einer de wenigen Fotografen sein, der praktische Erfahrungen in Flugzeugen mit solchen Stabilisatoren hat. Immerhin noch mehr als 2.200 Menschen verbrachten im Schnitt über 7:00 Minuten damit diesen Text zu lesen.

Das Layout der Seite ist nach 5 Jahren nicht mehr zeitgemäß, die Galerie gehört schon längst aufgeräumt und manche der Blogeinträge müssten überarbeitet resp. gelöscht werden. Aber all dies kostet viel Zeit, resp. Geld, wie das schreiben diese Beitrages. Ab und zu lade ich jetzt ein paar Bilder rauf um zu zeigen das es mich noch gibt, quasi als eine Art Lebenszeichen. Übrigens lag der Besucherrekord bei 1.146 echten unterschiedlichen Besuchern am 14. November 2008. Recht viel gegen die sonst eher mickrigen 37 Zugriffe täglich.

Und das alles obwohl sich meine Bilder in den Vereinigten Staaten hervorragend verkaufen und ich die Homepage für Werbezwecke längst nicht mehr bräuchte. Hier kommen wir auch gleich zum Knackpunkt der Geschichte.

Fotografen brauchen auch im Jahr 2010 keine eigene Homepage.

Oder anderes ausgedrückt, das Internet ist, selbst wenn man dort bevorzugt seine Bilder verkauft, nicht zwingend der Ort wo man sie auch präsentieren muss.

 

Liebe Grüße

 

Euer

 

Wolfgang

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#1

Eigene Homepage

Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, kann ich Ihnen nur zustimmen. Ich habe auch selbst eine Homepage programmiert und die Resonanz ist niederschmetternd. Ich kann Sie sehr gut verstehen, denn ich habe über das Internet bis jetzt nur ein einziges Bild verkauft. Ich habe mir meine Webseite programmiert, um eine Präsentation im Internet zu haben und bei Galeriebesuchen nicht immer Originale mitschleppen zu müssen, sondern bei Bedarf einfach meine Internetadresse anzugeben, damit man sofort im Internet die Bilder ansehen kann. Leider lohnt sich der ganze Aufwand nicht, denn die viele Arbeitszeit und die Kosten für den Aufwand bekomme ich nicht rein und es ist definitiv ein Verlustgeschäft. Aber irgendwie mache ich doch weiter, auch wenn ich meine Homepage nur noch sporadisch aktualisiere.
Gruß
Jochen Seyrer

Comment posted by Jochen Seyrer → seyjo.kulturserver.de

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