Wolfgang Steiner Photography - MyBlog
#1

Lebenserwartung von Fruchtfliegen

Fruchtfliegen hilft eine spezielle Diät

London - Kalorienrestriktion gilt in der Wissenschaft schon seit geraumer Zeit als eine Art Jungbrunnen. Eine kalorienarme Diät bei gleichzeitiger Aufnahme der nötigen Vitamine und Mineralstoffe scheint nicht nur positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben, sondern auch - zumindest in Versuchen mit Fruchtfliegen das Leben zu verlängern.

Allzu starke Kalorienreduktion hat jedoch auch eine unerwünschte Nebenwirkung: Sie setzt die Fruchtbarkeit herab, wie bei Experimenten mit Fruchtfliegen gezeigt werden konnte.Um die gesundheitlichen und lebensverändernden Effekte von solchen Diäten besser zu verstehen, haben Forscher des University College London zahlreiche Experimente mit den Insekten angestellt und sie auf unterschiedliche Kost gesetzt. Die Tiere bekamen als Nahrung eine Mischung aus Hefe, Zucker und Wasser, die mit unterschiedlichen Mengen an Nährstoffen wie Vitaminen, Lipiden und Aminosäuren versetzt waren.

Dabei zeigte sich, dass eine bestimmte Aminosäure namens Methionin eine entscheidende Rolle spielt: Bei einer sehr restriktiven Diät schützt sie vor Unfruchtbarkeit, bei reichhaltiger Kalorienzufuhr verlängert die Aminosäure das Leben, wie die Forscher in "Nature" (online) berichten. Methionin scheint übrigens auch bei Nagern zu funktionieren.Bei Nagern entdeckten japanische Forscher allerdings noch einen andere Trick, der die Lebensspanne erhöht: Mäuse ohne väterliche Gene und dem Genom von zwei weiblichen Tieren leben länger als gewöhnliche Tiere mit einer Kombination aus väterlichen und mütterlichen Genen, so die Forscher im Fachblatt "Human Reproduction".

Die Ergebnisse, die anhand künstlich gezeugter Nager gewonnen wurden, lassen darauf schließen, dass das väterliche Genom bei vielen Säugetieren wie auch beim Menschen entscheidend die Lebenserwartung beeinflusst. DER STANDARD, Printausgabe, 3. 12. 2009

Höchst interessant oder?

Wie sollen wir uns jetzt das Leben einer Fruchtfliege vorstellen die künstlich auf Diät gesetzt wird und wie groß ist wohl die Voliere dieser Laborfruchtfliege?

Und hat sie in diesem hoffentlich artgerechten Gehege oder wie immer man das bei Fruchtfliegen nennt genügend Ausflug? Vor allem aber interessiert mich brennend ob die betreffende Fruchtfliege wirklich länger leben möchte wenn sie unter kontrollierten Laborbedingungen gehalten wird.

Meine Meinung:
Die arme Fruchtfliege würde sicher viel lieber in Freiheit früher sterben, als sich im Labor quälen zu lassen. Wer aber fragt die Fliege nach Ihrem werten Befinden?

Und inwieweit ist die Info welche aus solchen Experimenten gewonnen wird dann schlussendlich auf die menschliche Spezies übertragbar? Sind hier Insekten wirklich die richtigen Probanden, oder sollte man sich nicht doch besser auf Artverwandte des Menschen konzentrieren?

Meine Vermutung:
Es gibt offenbar viel zu viele „Forscher“ und Laborassistenten und da es ungleich schwieriger sein wird eine Genehmigung zum quälen eines Primaten zu erlangen, verlegt man einfach die Forschung auf Tierarten die einfacher zu fangen sind und keinen wirklich interessieren.

Fruchtfliegen haben da keine allzu große Lobby wie ich mal annehme.

Euer kopfschüttelnder

Wolfgang

Zusatzinfo:

Forschungserfolg

Der genetische Code der Fruchtfliege ist geknacktWissenschaftlern der Berkeley Universität in Kalifornien ist es nach acht Jahren Forschung gelungen, 97 Prozent des Genoms der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) zu entschlüsseln. Damit sind die Wissenschaftler auch ein gutes Stück weiter auf dem Weg zur Entzifferung des menschlichen Genoms.Entschlüsselt: 99 der Gene und 97% des Genoms der Fruchtfliege sind inzwischen bekannt.

60 Prozent der Fliegen-Gene finden sich mit ähnlicher Funktion auch beim Menschen wieder. Der Menschliche Gen-Code besteht allerdings aus mehr als 70.000 Genen - die Fruchtfliege besitzt nach den neuen Erkenntnissen nur 13.600. Doch nicht nur genetisch sind die Fruchtfliegen dem Menschen ähnlich. Sie können alkohol- und kokainabhängig werden, haben einen konstanten Schlaf-Wach-Rhythmus und komplexe Verhaltensrituale.

Die Wachstumsgene, die für die Entwicklung von der Eizelle zur erwachsenen Fliege sorgen, gleichen den menschlichen. "In vielerlei Hinsicht sind sie voll funktionierende Tiere, deren biochemische Abläufe stark denen des Menschen ähneln", sagte Gerry Rubin, der Projektleiter der Studie auf dem jährlich in Washington stattfindenden Kongress der "American Association for the Advancement of Science".

 

Currently 0 comments

(add your own)
Add your own comment:





This is a captcha-picture. It is used to prevent mass-access by robots. (see: www.captcha.net)

 * Can't read the string in the pic? Reload the page or contact the webmaster