Wolfgang Steiner Photography - MyBlog
#1

Fuji S3 UVIR First try in Ultraviolet

Abend allerseits,

ich möchte Euch heute nicht mit langen Aufsätzen nerven sondern poste statt dessen ein paar Bilder. Gestern habe ich noch schnell versucht ein paar Bilder aus freier Hand zu machen und damit die Qualitätsreserven der neuen Kamera auszuloten. Damit das ganze nicht zu simpel wird setzen wir folgende Filter vor das verwendete Objektiv (Nikkor 45mm f/2.8 P): B+W 403 plus B+W 489

Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass normale BK7 Glaslinsen ultraviolettes Licht nicht zur Gänze absorbieren, deshalb ist es auch kein Widerspruch was ich hier testen möchte. Sehr viele der heutigen Objektive werden aus diesem Glas hergestellt da es eine sehr gleichmäßige Transmissionskurve ab 350nm aufweist und so prädestiniert für optische Anwendungen im sichtbaren Spektrum ist. Leider sind aber praktisch alle Nikkore zusätzlich mit Mehrfachbeschichtungen versehen welche nicht nur Reflexe mindern, sondern auch Ultraviolettes sowie Infarotes Licht am eindringen hindern sollen.

 

 

Wie diese Grafik verdeutlicht liegt es also weniger daran, das heutige Objektive kein Ultraviolettes Licht aufzeichnen könnten. Quarz und Fluorit Linsen sind gut, aber eben auch extrem teuer in der Herstellung. Und als Denkanstoss für alle die jetzt mit UV experimentieren möchten: So teuer wie sie sind (die UV Objektive) so sinnlos sind sie auch. Denn alles unter 320nm ist bekanntermaßen UV-B Strahlung welcher man sich erstens selbst nicht aussetzen sollte (Hautkrebsrisiko) und zweitens schaffen es nur bei vorhandenseins eines Ozonloches einzelne UV-B Strahlen bis zur Erdoberfläche!

Kann man also nun jedes Objektiv für die UV Fotografie verwenden?

Nein, leider nicht lautet die Antwort auf diese Frage. Außer.... man lässt das betreffende Objektiv von Nikon zerlegen, bringt alle Glaslinsen zu einer Glasfabrik die mittels Säurebad alle Beschichtungen wieder entfernt. Dies ist durchaus machbar, aber sehr kostenaufwändig. Das wegpolieren der Beschichtung mittels Scheuermittel ist natürlich der denkbar schlechteste Ansatz um eine unter Vakuum aufgebrachte Beschichtungen zu entfernen. Man poliert damit nur Dellen ins Glas und wird keine scharfen Bilder mehr erhalten, so man das Objektiv nicht überhaupt komplett zerstört hat.

Welche Filter habe ich also zu diesem Test verwendet?

1.) B+W 403 UV/IR Cut Filter

Der B+W 403 sollte das gesamte sichtbare Spektrum sperren und ausschließlich UV-A Strahlung zwischen 300nm und 400nm plus ein wenig im Infraroten Band zwischen 700nm und 850nm durchlassen.

 

 

2.) B+W 489 IR Cut Filter

Der B+W Filter 489 hingegen lässt alles Ultraviolette Licht sowie das ganze sichtbare Spetrum passieren und sollte im Infraroten Bereich alles jenseits der 800nm blocken.

 

Transmissions Kurven

 

Leider wird beim betrachten dieser beiden Grafiken schnell klar, dass der Bereich zwischen 700nm und 800nm nicht gesperrt wird. Eine leichte Kontamination durch Inrarotstrahlung bleibt also auch bei der von mir verwendeten Kombination beider Filter bestehen.

 

Hier nun ein paar Ergebnisse:

Testfoto 07 (unbearbeitetes Original 1800x1238 pixel)

Testfoto 07 (100% Crop vom Original)

Nikkor 45mm f5.6 1/30sec Iso1600

Aufnahmedaten zum Bild:

 

Objektiv
Nikkor 45mm f/2.8
Blendef/5.6
Belichtungszeit 1/30sec
Iso1600
FilterB+W 403, B+W 489
WeißabgleichAuto
BelichtungsmodusManuell
Aufnahmedatum und Zeit
01.09.2006 17:48:11
KontrastOriginal
SchärfeAus
FarbprofilAdobe RGB

Dieses Foto zeigt sehr gut welche Qualität diese umgerüstete Kamera liefern kann. Was könnte wohl noch schlimmer sein als eine Aufnahme aus freier Hand bei ISO 1600 und zwei hintereinander angesetzten Filtern? Eine wahre Härteprüfung für jedes Objektiv. Das Rauschen ist bemerkenswert gering und auch die Schärfe überzeugt mich sehr, obwohl ich die Top Fotos meiner Nikon D2x gewohnt bin. Vor allem die Tatsache das es sich eigentlich um 6 Megapixel Bilddateien handelt welche Kameraintern auf 12 Megapixel hochgerechnet werden erstaunt bei der Betrachtung der Details.

Nahaufnahme eines Rebstockes:

Testfoto 08 (unbearbeitetes Original 1800x1238 pixel)

Testfoto 08 (100% Crop vom Original)

Nikkor 45mm f/5.6 1/30sec Iso 1600

 

Objektiv Nikkor 45mm f/2.8 P
Blendef/5.6
Belichtungszeit
1/30sec
Iso1600
FilterB+W 403, B+W 489
WeißabgleichAuto
BelichtungsmodusManuell
Aufnahmedatum und Zeit
01.09.2006 17:49:07
KontrastOriginal
SchärfeAus
FarbprofilAdobe RGB

 

Das nächste Bild ist weniger Abstrakt und kann daher auch leichter beurteilt werden:

Testfoto 09 (unbearbeitetes Original 1800x1238 pixel)

Testfoto 09 (100% Crop vom Original)

Nikkor 45mm f/8.0 1/30sec Iso 1600 B+W 403+489

 

Objektiv Nikkor 45mm f/2.8 P
Blendef/8.0
Belichtungszeit1/30sec
Iso1600
WeißabgleichAuto
FilterB+W 403, B+W 489
BelichtungsmodusManuell
Aufnahmedatum und Zeit
01.09.2006 17:58:34
KontrastOriginal
SchärfeAus
FarbprofilAdobe RGB

 

Das nächste Testbild dieser Reihe ist meines Erachtens nach auch das Bild mit der größten Aussagekraft. Es ist wie die anderen drei auch aus freier Hand fotografiert. Diesmal aber gen Himmel unter einer Föhre stehend. Hier wird zwar das Rauschen der Kamera deutlicher sichtbar, aber dies ist auch kein Wunder unter diesen Bedingungen. Was mich viel mehr verblüfft ist die aussergewöhnliche Schärfe des 45mm Nikkors bei den 100% Crop. Seht Euch mal die Nadeln der Föhre im oberen linken Eck an. Das ist ist wohlgemerkt absolut unbearbeitet und original!!!

Testfoto 10 (unbearbeitetes Original 1800x1238 pixel)

Testfoto 10 (100% Crop vom Original)

Nikkor 45mm f/8.0 1/30sec Iso 1600 B+W 403+489

 

Objektiv
Nikkor 45mm f/2.8 P
Blendef/8.0
Belichtungszeit1/30sec
Iso1600
FilterB+W 403, B+W 489
WeißabgleichAuto
BelichtungsmodusManuell
Aufnahmedatum und Zeit
01.09.2006 17:59:30
KotrastOriginal
SchärfeAus
FarbprofilAdobe RGB

 

Wie bereits oben erläutert handelt es sich bei diesen Beispielen leider nur um Falschfarben Ultraviolet-Infrarot Bilder. Denn auch wenn das 45mm Pancake Nikkor tatsächlich Ultraviolettes Licht durchlassen sollte wage ich doch zu bezweifeln, dass es in diesem Spetrum des unsichtbaren Lichts so scharfe Aufnahmen liefern kann. Warum aber gibt es praktisch keine Filter die alles bis auf UV-A Strahlung sperren?

Vermutlich liegt es daran das bei den heute verkauften Filtern immer mehr auf die Dicke (siehe SLIM Filter) geachtet wird und dabei darauf vergessen wird das die Transmission nur durch 3mm dicke Filtergläser zu 100% garantiert ist. Die neuen 1mm oder 1,5mm dicken Filter sind wie man hier deutlich sehen kann ihr Geld bei weitem nicht Wert. Diese extrem teuren Filter von B+W sind eine wahre Entäuschung und werden mich sicher nicht lange begleiten. Schade eigentlich, denn ich bin mir sicher das renomierte Unternehmen wie die Frima B+W durchaus in der Lage wären qualitativ hochwertige Filter herzustellen die wirklich ihren Zweck erfüllen.

Zu guter letzt möchte ich noch anmerken das ich kein Wissenschaftler bin. Ich bin noch nicht einmal Profifotograf, wohl eher leidenschaftlicher Amateur Fotograf. Und manchmal wie jetzt gerade versuche ich mich in ungewöhnlichen Bereichen, muss aber viele Dinge durch empirische Tätigkeit selbst herasusfinden und scheitere oft an einfachsten Aufgabenstellungen. Besonders die Nachvollziehbarkeit von Tests, welche für wissenschaftliche Belange so immens wichtig ist bereitet Amateuren wie mir immense Probleme und verfälscht immer wieder die Wahrnehmung und daher natürlich auch das Fazit eines jeden Tests.

Was ich damit sagen möchte...?

Egal wie exakt und gewissenhaft man arbeitet, es werden einem immer Fehler unterlaufen und all was sie hier lesen spiegelt nur meine derzeitigen Wissensstand und/oder meine persönliche Meinung wieder. Es sind keine allgemein gültigen Weisheiten dabei. Viele der hier geposteten "Fakten" welche zum Teil sogar mit hübschen Grafiken unterlegt sind haben ich aus dem Internet, aber auch aus persönlichen Gesprächen mit Fotografen wie Bjorn Rorslet, Wissenschaftlern aus technischen Bereichen und vielen anderen mühsam zusammengetragen.

Am Ende noch ein Hilfeaufruf in eigener Sache:

Falls jemand bereit wäre mir beim übersetzen der Texte ins Englische zu helfen wäre ich mehr als dankbar. Bis jetzt habe ich immer gemeinsam mit meinem Bruder (Mag. Robert Steiner) und einem sehr guten Freund (Mag. Robert Petrag) versucht alles selbst zu übersetzen. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Euch. Leider geben uns aber gerade technische Texte schwere Rätsel auf. Ich selbst kann es nicht und meine beiden "Helfer" wissen nicht wovon ich spreche (Fachchinesisch ;-) Wenn sich also ein nativ speaker bereiterklären würde mir etwas unter die Arme zu greifen könnte ich mich mehr aufs fotografieren als auf die Übersetzung meiner eigenen Texte konzentrieren.