10 Gründe warum man die Nikon D3 nicht
kaufen sollte!
Vorsicht!
Bitte nicht weiter lesen wenn ihr Lobgesänge und tolle D3 Fotos erwartet. Ihr werdet herb enttäuscht werden. Ich werde mir im folgenden Bericht alle Mühe geben Euch zu desillusionieren und begreifbar zu machen wieso sogar jeder von euch a priori wissen müsste, dass keine noch so gute Kamera etwas an der Qualität der eigenen Aufnahmen verbessern kann.
Aber alle Profis haben doch geschrieben diese Kamera würde perfekte Bilder praktisch frei Haus liefern?
Stimmt.
Hier ein kleines Beispiel das zeigen soll, dass die D3 unter realen Bedingungen genau wie ihr Vorgänger rauscht, und zwar ganz furchtbar!
Aufnahmedaten:
Nikon D3
Objektiv: Nikkor 24-70mm/2.8
Brennweite: 32mm
Blende: 4.0
Belichtungszeit: 1/60sec
ISO: 6400
Indirekt auf den zweiten Verschlußvorhang geblitzt (um die Kerzenlichtstimmung zu erhalten)
Belichtungskorrektur: - 1.0LW
Farbraum: Adobe RGB
Freihand
Nun die unbearbeiteten 100% Crops von dieser perfekt belichteten und nicht bearbeiteten Aufnahme

Wäre das hier gezeigte Beispielbild unterbelichtet, oder in irgendeiner Art und Weise bearbeitet liesse ich nochmal mit mir reden, nur leider ist es das nicht. Es zeigt einfach nur die Wahrheit. Die Nikon D3 ist rauschärmer als ihr Vorgänger, aber bei Gott nicht perfekt. Auch mit Neat Image lässt sich diese Weihnachtsaufnahme nicht mehr vernünftig entrauschen.
Beispiel aus diesem Bild vor dem Entrauschen:
Und hier nach dem Entrauschen mit Neat Image (immer noch furchtbar):
Nach diesem ernüchternden Bildbeispiel welches in der Realität entstanden ist und auch gar kein Nikon Werbefoto sein will, wieder zurück zum eigentlichen Thema.
Nachdem ich die D2x seit 2004 besaß und anschließend ihren Nachfolger die D2Xs gekauft und ihrer Bestimmung gemäß eingesetzt hatte, weiß ich um die Vorzüge dieser hervorragenden Kameras ganz gut Bescheid. Nun ist aber etwas viel besseres, weil viel neueres vorgestellt worden und alle Welt glaubt was die Gurus (Profifotografen) weltweit vor beten. Dies hat mich einigermaßen verwundert, macht doch die die Kamera selber keine Bilder, sondern vielmehr das Objektiv und/oder der Fotograf dahinter.
Dieser Aspekt wird aber in unserer technikverliebten Konsumtrottelwelt oftmals vergessen und jeder kauft was allgemein als gut und teuer erachtet wird. Um dem ganzen Hype rund um diese Kamera etwas entgegenzuwirken möchte ich euch nach eingehendem Studium meiner D3 ein paar Tipps gegeben und aufzeigen, wieso die D3 um keinen Deut besser als die D2Xs oder die D2X ist.
Viele werden nun sofort aufschreien und mich für verrückt erklären. Bevor ihr mich aber verurteilt und mir virtuell eine Kasperlmütze aufsetzt, lest weiter und versucht meinen manchmal recht wirren Gedankengängen zu folgen. Ihr werdet schnell erkennen, dass der Ansatz meiner Überlegungen so falsch gar nicht sein kann.
Am besten nähert man sich dem Thema philosophisch.
Was tut eine Kamera, was ist ihr ureigenster Zweck?
Eine Kamera sollte eigentlich nur eine einzige Sache machen und zwar Photonen einfangen.
Früher waren sie aus Holz, edel gefertigt aber nicht besonders haltbar, heute aus praktisch unzerstörbarem Magnesium, Titan und Aluminium, leicht und stoßfest ausgeführt, wasserdicht und fast unkaputtbar, trotzdem aber immer noch eine Photonenfalle, mehr nicht. Die Blende ist nach wie vor im Objektiv verstaut, obwohl der Verschluss neuerdings in die Kamera selbst übersiedelt ist.
Macht deshalb die Kamera selbst schon Fotos?
NEIN!
Sie macht gar nichts ohne einen Fotografen. Weder gute noch schlechte Aufnahmen entstehen von selbst.
Was also unterscheidet eine Nikon D2X aus dem Jahre 2004 von einer Nikon D3 aus 2007?
Ihr wollt es wirklich wissen,... na gut.
ÜBERHAUPT NICHTS!
Die Nikon D3 kann rein gar nichts mehr als die „alte D2X“.
All die ach so tollen Neuerungen werden euch zu keinen besseren Aufnahmen verhelfen.
Aber sehen wir uns mal an was Nikons Weihnachtsmann da alles aus seinem Hut gezaubert hat. Wie und vor allem mit was wurden Begehrlichkeiten geweckt? Was sind denn die echten Verbesserungen so es wirklich welche gab?
Ist es der Geschwindigkeitsvorteil von 5 auf 9 Bilder pro Sekunde?
Oder die höhere Anzahl der Bilder (statt 22 nun 64) die die Kamera speichern kann bevor sie sich eine Verschnaufpause gönnt?
Oder ist es die grandiose Möglichkeit plötzlich mit ISO 25.600 anstatt mit ISO 6400 fotografieren zu können?
Möglicherweise ja der zweite CF Schacht?
Oder die ach so tollen 51 AF Sensoren auf die wir alle gewartet haben?
Man könnte die Liste endlos weiterführen, so viele nutzlose Verbesserungen hat uns Nikon zu Weihnachten beschert. Die große Frage die sich der mündige Bürger bei dieser Vielzahl an neuen Features zwangsläufig stellen muss ist: Wie habe ich vor dem Erscheinen dieser Kamera (Nikon D3) überhaupt ein einziges vernünftiges Bild zusammengebracht?
Denn mal ganz ehrlich.
Die Nikon D3 kann nicht nur alles um Klassen besser, sie ist auch noch schneller, rauschärmer, schwerer, größer und was ganz wichtig ist TEURER! Den nur was teuer ist, kann auch gut sein.
Manch einer wittert ein wenig Sarkasmus in meinen Worten, stimmts?
Also gut ich gebs ja zu, ein wenig bringt mich die ganze Sache hier zu schmunzeln, bringt uns Konsumenten (Amateuren) die D3 denn nun wirklich gar nichts.
Wieso zum Teufel kann der so was behaupten fragt ihr euch? Nun gut, ich löse das Rätsel auf.
Begeben wir uns virtuell auf eine Reise zu einem Foto ziel. Nun stellen wir und gemeinsam einen Platz vor an dem wir unbedingt schon einmal Fotos machen wollten. Ich wähle nun stellvertretend für alle möglichen Plätze der Erde nun das berühmte Sossusvlei in der Namib Wüste aus.
Stellt euch nun bitte vor wir reisen gemeinsam in die Wüste. Unterwegs mit dem Flugzeug und dann mit einem Allradfahrzeug sind wir nach fast 2 Tagen Anreise endlich am Sesriem Gate. Unser Rucksack ist voll, alle Schwierigkeiten am der Gepäckkontrolle umschifft und nach einem langen Fußmarsch stehen wir oben auf Big Mama und fotografieren runter auf die sensationellen Dünen der Namib Wüste.
Was wir nun NICHT brauchen ist folgendes:
ISO 25.600
Rauscharmut
9 Bilder pro Sekunde
Zwei CF Schächte
51 Autofokussensoren
Mehr Bilder im Cache
Einen HDMI Anschluss
usw.
In Wirklichkeit brauchen wir gar nichts was die D3 besser kann......
Hätte sie 25 genauso rauscharme Megapixel könnten wir diskutieren ob sich nicht größere Poster bei gleicher Qualität printen ließen, da die D3 aber sogar geringfügig weniger Pixel aufzuweisen hat ist dieser Punkt hinfällig und erst wieder bei der D3x ein echtes Thema.
Was sind aber nun die 10 Gründe warum man seine D2Xs behalten und noch zuwarten wollte bis Nikon mit der D3x ein wirklich höherwertiges Kameramodell auflegt (für alle die Vergrößerungen jenseits der 80x100cm brauchen?)
Kein Vorsprung bei der Auflösung (12MP sind 12MP und bleiben auch in Zukunft 12MP)
Höhere Vignettierung bei Weitwinkelobjektiven (technisch bedingt und nicht wegdiskutierbar)
Extrem teure Vollformatobjektive notwendig (14-24mm;24-70mm- im Gegensatz zu den fast preiswerten DX Varianten 12-24mm und 17-55mm)
Stabileres Stativ plus Kopf erforderlich bei gleicher Brennweite (aufgrund des viel höheren Gewichts im Telebereich)
Kein Vorteil bei höheren ISO Werten da man sie jetzt plötzlich ausnützt (was früher undenkbar war wird plötzlich zur Selbstverständlichkeit und auch verwendet- daher ist der Vorteil für die Katz und binnen Tagen dahin)
Höheres Gewicht durch längere Brennweiten (extrem lästig auf langen Treks)
Größerer Platzbedarf im Gepäck (ein 600mm/4.0 ist wesentlich voluminöser als ein 200-400mm und noch dazu kein Zoom!)
Großes ungeschütztes 3 Zoll Display (herrlich anzusehen, aber genauso schnell zerkratzt und damit einige hunderter Wertverlust beim Wiederverkauf)Was denkt sich Nikon eigentlich dabei?
Nicht ordentlich funktionierender WB (Weißabgleich funktioniert in Verbindung mit der neuen D-Lightning Funktion und schwierigen Lichtverhältnissen überhaupt nicht und verursacht extrem braun und/oder blau stichige Aufnahmen- bei der D300 gleichermaßen wie bei der D3)
Höherer Preis und damit höherer Wertverlust beim Verkauf
Ich möchte allerdings auch nicht verschweigen, dass viele Sport und Eventfotografen ihre wahre Freude an dieser Cam haben werden, keine Frage. Profis die ihr Geld damit verdienen werden über manche Features glücklich sein. Für die sorgsame, langsame, geplante Fotografie a' la Ansel Adams, also überlegen, Stativ aufbauen, nochmal überlegen, Kamera einrichten, Lichtstimmung abwarten usw., bringt die D3 GAR NIX, also praktisch NULL.
Meine Empfehlung daher an alle die fotografieren können und nicht im Stress sind:
BLEIBT BEI EURER D2X/s UND MACHT WEITERHIN GUTE BILDER WIE BISHER. Die D3 kann euch nicht helfen, sie ist nur ein Gehäuse!
Im Übrigen kann man auch über die ach so tolle Rauschfreiheit oder Rauscharmut etwas negatives sagen. Ist euch bewusst, dass die knapp 2 Blenden, die die Nikon D3 im Labor theoretisch besser, also rauschärmer als die Nikon D2x ist, schnell dahin sind wenn ihr euch mal um eine Blende bei der Belichtung verhaut?
Ich glaube nämlich das den meisten dies überhaupt nicht bewusst ist.
Der größte Faktor für verrauschte Aufnahmen sind nämlich nicht hohe ISO Werte wie die meisten fälschlich annehmen, NEIN es sind falsch belichtete Aufnahmen!
Ein Beispiel:
100 % Crop:
Dieses Foto habe ich in Afrika im Juni 2007 mit der Nikon D2Xs aufgenommen und zwar mit ISO 800! Es rauscht so gut wie gar nicht.
Was wäre nun passiert wenn ich die D3 dabei gehabt hätte?
Ich hätte mir das Entrauschen mit Neat Image gespart, müsste aber statt dem 70-200mm das 200-400mm einsetzen, was eine Freihand Aufnahme praktisch verunmöglicht hätte in dieser Situation am offenen Jeep nach Sonnenuntergang. Die 1/15sec wäre bei 200-400mm genauso grenzwertig wie beim 70-200mm gewesen da beiden einen sehr ordentlich arbeitetenden VR besitzen, hier gäbe es also keine Kritikpunkt.
Hätte ich mich aber bei der Belichtung um eine ganze Blende vertan hätte mir die D3 keine guten Dienst erwiesen, denn die Aufnahme wäre qualitativ um keinen Deut besser als die der D2Xs geworden.
Was lernen wir daraus?
Es gibt ohne jeden Sarkasmus und ohne jegliche Polemik wirklich Gründe wieso eine D3 für manchen von uns die falsche Entscheidung sein kann.
JEDE KORREKT BELICHTETE AUFNAHME DIE MIT EINER NIKON D2Xs GEMACHT WURDE STEHT EINER „FAST RICHTIG BELICHTETEN“ AUFNAHME EINER NIKON D3 UM NICHTS, ABER GAR NICHTS NACH, WEDER QUALTITATIV NOCH SONST WIE !!
Liebe Grüße und guten Rutsch ins Jahr 2008
wünscht euch euer
Wolfgang Steiner







