Wolfgang Steiner Photography - MyBlog
#1

EL-Nikkor 63mm f/3.5 vs. EL-Nikkor 50mm
f/2.8

Gestern hatte ich das EL-Nikkor 80mm f/5.6 gegen das bereits legendäre 63er getestet und festgestellt beide Optiken gleichermassen für UV geeignet sind. Heute möchte ich Euch demonstrieren das auch das alte EL-Nikkor 50mm f/2.8 eine sehr gute Figur an der Fuji Finepix S3 Pro UVIR "Limited Edition" macht. Dies wird insofern für viele eine sehr positive Überraschung sein, als das Objektiv sich einerseits perfekt für die "Blümchenfotografie" in Ultraviolett eignet und andererseits sehr leicht bei Ebay zu bekommen ist. Natürlich geht dies alles auch mit dem EL-Nikkor 63mm f/3.5, nur bekommt man es leider nicht so einfach wie viele von Euch sicher bereits bemerkt haben.

Aber Obacht, wir sprechen hier nicht von der neuen Version des 50mm EL-Nikkores, nein, ich rede von einer älteren Version aus Metall mit der Berg und Tal Fassung. Davor gab es sogar ein EL-Nikkor 50mm f/4.0 welches hier auch nicht gemeint ist. Gemeint ist dieses, dass

EL-Nikkor 50mm f/2.8

 

 

 

 

Als Testobjekt nehme ich heute mal ausnahmsweise ein kleines Blümchen her. Dazu aber später noch mehr. Ich möchte mir erlauben nochmals ein paar Worte zu meinen Testaufbauten zu machen. Anders als viele Fotografen im Internet versuche ich nicht durch Zahlenbewertungen oder blumige Umschreibungen die Qualtität eines Objektives zu beschreiben. Dies kann meiner Ansicht nach nur zu Missverständnissen und Unklarheiten führen und ist niemals Objektiv. Ich versuche hiermit einen neuen Weg zu beschreiten und poste unbearbeitete Originalfotos. Okay ganz Original ist unmöglich da ich mit meiner Fuji im RAW Format fotografiere, aber fast.

Auch wenn bei diesem Test zwei unterschiedliche Objektive gegeneinander getestet werden bleiben folgenden Einstellungen immer gleich:

Stabiles Gitzo Stativ

Selbstauslöser

Bei Tageslichtfotos wurde immer der Interne Blitz der Kamera mit 1/125sec und -0,5 EV auf M (manuell) verwendet

Bei UV Fotos kam ein UV Scheinwerfer zum Einsatz

Das ich keinen Blitz verwende hat folgenden Grund: Nur bei konstanter Beleuchtungsstärke kann ein unabhängiger Beobachter anhand der Testaufnahmen ersehen wie sich ein zusätzlicher Filter auf die Belichtungsdauer auswirkt. Bei einem Blitzgerät ist die Intensität des abgefeuerten Blitzes hingegen nur sehr schwer nachvollziehbar.

Iso 400

Blende f/11.0

 

Was also passiert genau mit den Rohdaten nachdem ich fotografiert habe?

Zuerst werden sie mit der Fuji eigenen Hyper-Utility2 Software in 8 Bit Tiff Dateien umgewandelt. Dies geschieht ohne jegliche Anpassung. Anschließend werden die Dateien im Photoshop geöffnet und auf das Format 1850x1238 Pixel verkleinert. Anschließend als Jpg mit 70%iger Qualität abgespeichert und ins Internet hochgeladen. Weniger Schritte sind leider nicht möglich, will man optimale Qualität erreichen. Der Vorteil für den Leser liegt klar auf der Hand. Anstatt zu behaupten das getestete Objektiv habe 4.5 von maximal 5 möglichen Punkten kann sich bei mir jeder selber davon überzeugen welche Schärfe es bringt, welchen Kontrast es zu übertragen im Stande ist und wie gut seine Transmissionseigenschaften im ultravioletten Bereich wirklich sind.

Sicher lässt sich als das auch hübsch in Worte fassen, keine Frage. Aber ist es nicht viel besser sich selbst ein Bild davon zu machen? Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser heißt nicht umsonst ein bekanntes Sprichwort. Und ein anderes hier ebenfalls passendes sagt: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Dem ist meiner Meinung nach nichts mehr hinzuzufügen.

Also dann los würde ich sagen, genug der schönen Worte.

Der besseren Übersicht wegen poste ich in diesem Test immer zwei Varinaten von jedem Bild. Ein unbearbeitetes Original und eine fertig bearbeitetes Bild. Wobei auch bei dem fertig bearbeiteten nur wenige Bearbeitungsschritte erforderlich waren. Auto-Levels plus Unscharf Maskieren (90/0.7/0).

Nachstehend finden sie immer zuerst das Referenzbild vom EL-Nikkor 63mm f/3.5 und direkt darunter das vom EL-Nikkor 50mm f/2.8. Lassen sie sich vom unterschiedlichen Bildausschnitt bitte nicht täuschen, es ist nicht einfach diese Objektive so einzurichten, dass die Blüte bei beiden Objektiven annähernd gleich groß abgebildet wird. Immer wieder war es erforderlich neue Adapter zu basteln damit halbwegs gleich Bedingungen herrschen. Da ich bei diesem Vergleich aber diesmal darauf verzichten möchte den Bau des Adapters für diesen Vergleich auch noch im Detail zu beschreiben poste ich hier nur die Ergebnisse.

Nun aber endlich zu den Testfotos:

EL-Nikkor 63mm f/3.5 ohne Filter bei Blende f/11.0 und 1/125sec internem Blitz (-0.5 EV Korrektur)

Unbearbeitetes Original in 1850x1238

 

 

Alles wie gehabt, jetzt aber mit dem EL-Nikkor 50mm f/2.8

Unbearbeitetes Original in 1850x1238

 

 

Ausser dem leicht veränderten Betrachtungswinkel bedingt durch das andere Ojektiv ist hier meiner Meinung nach kaum ein Unterschied erkennbar. Beide Objektive leifern bei der verwendeten Blende f/11.0 eine sehr gute Schärfe und auch der übertragene Kontrast ist ganz ordentlich bei den unbearbeiteten Bildern.

Als nächstes verwende ich einen Spezialfilter der Firma Baader Planetarium. Dieser ersetzt den sonst üblichen UV/IR Schutzfilter welcher immer vor dem Sensor angebracht ist und bei meiner Fuji Finepix S3 Pro UVIR "Limited Edition" fehlt. Er hört auf den Namen Baader UV / IR Rejection Filter und ist nur in der absolut dämlichen Größe 1 1/4" oder 2" erhältlich. Ja ganz recht, da sind wieder mal einige Adadapter von Nöten um ihn auf das gängige Mass von 52mm zu bekommen ;-)

Interessanterweise ist er besser als der sauteure B+W #486 UV / IR Cut Filter welcher die gleichen Eigenschaften verspricht, aber lange nicht so Farbstichfreie Ergenbisse liefert wie der Baader Filter. Dies sei aber nur am Rande erwähnt.

 

 

 

EL-Nikkor 63mm plus Baader UV / IR Cut Filter f/11 1/125sec Flash (-0.5EV)

Unbearbeitetes Original 1850x1238

 

 

 

EL-Nikkor 50mm f/2.8 plus Baader UV / IR Cut Filter f/11 1/125sec Flash (-0.5EV)

Unbearbeitetes Original 1850x1238

 

 


Für das nächste Testfoto kam bereits der Baader U-Filter plus dem UV Scheinwerfer zum Einsatz.

 

EL-Nikkor 63mm samt Baader U-Filter bei f/11.0 und 1 Sekunde Belichtungszeit

Unbearbeitetes Original 1850x1238

 

 

EL-Nikkor 50mm samt Baader U-Filter bei f/11.0 und 1 Sekunde Belichtungszeit

Unbearbeitetes Original 1850x1238

 

 

Und zu guter letzt kommen wir nun zum eigentlichen Testbild der reinen UV Aufnahme.

 

EL-Nikkor 63mm f/3.5 plus Baader U-Filter plus B+W Schott BG-38 Filter (2mm stark) bei f/11.0, Iso 400 (wie alle anderen auch) und 15 Sekunden Belichtungszeit

Unbearbeitetes Original 1850x1238

 

 

Also auch wenn ich Blumen nicht sonderlich leiden kann, die schwarzen Blätter sehen schon irgenwie geil aus, oder? ;-)

 

EL-Nikkor 50mm plus Baader U-Filter plus B+W Schott BG-38 Filter (2mm stark) bei f/11.0, Iso 400 (wie alle anderen auch) und 15 Sekunden Belichtungszeit

Unbearbeitetes Original 1850x1238

 

 

Wie jedermann leicht erkennen kann gibt es zwischen den beiden letzten Bildern außer dem leicht veränderten Bildausschnitt aufgrund der anderen Brennweite keinerlei Helligkeits oder Farbunterschiede. Dies bedeutet aber auch das das hier getestete EL-Nikkor 50mm f/2.8 alter Bauart dieselben Transmissionseigenschaften wie das vielgerühmte EL-Nikkor 63mm f/3.5 aufweist.

WICHTIGER HINWEIS!

Für alle die jetzt sofort kaufen und ausprobieren möchten sein folgendes angemerkt. Das hier angeführte EL-Nikkor 50mm f/2.8 ist zwar genau wie sein größerer Bruder, das EL-Nikkor 63mm f/3.5 sehr gut für UV geeignet, kann aber nicht auf unendlich fokussiert werden. Es sind damit also ausschliesslich Bilder im Arbeitsbereich zwischen 10cm und etwa 5m möglich. Durch abblenden auf f/11 oder f/16 kann dieser Bereich noch etwas gedehnt werden, aber unendlich wirds trotzdem nicht.

Man benötigt zusätzlich zu einer UV empfindlichen DSLR Kamera noch einige andere Komponenten.

Umbedingt erforderlich für den Anfang wären da:

EL-Nikkor 50mm f/2.8

Nikon K Verlängerungsringe

Nikon F Mount to M42 Adapter Ring

M39 to M42 Adapter Ring

39mm to 52mm Step Up Ring

Baader U-Filter 1 1/4" plus den passenden Adapterringen

B+W Schott BG-38 (2mm stark) in 52mm Durchmesser

 

Nur wenn man sich all diese Komponenten besorgt hat man die Garantie das dieses Experiment in Ultraviolet auch wirklich funktioniert. Ich gebe Euch damit viel mehr als mir jemals von irgendeinem "Bekannten" im Internet verraten wurde. Dies ist insofern sehr wichtig als bis dato niemand das EL-Nikkor 50mm f/2.8 als UV tauglich klassifiziert hatte und auch keine "Einkaufliste" für Anfänger gepostet wurde. Wenn ihr Euch nun an meine Vorgaben haltet und euch die von mir oben beschriebenen Einzelteile organisiert ist es erstmals möglich wirklich günstig zu echten UV Bildern zu kommen.

Der B+W Schott BG-38 Filter in der Stärke 2mm mit 52mm Filterdurchmesser kann bei Foto Kiesewetter zum Preis von 79,00 Euro plus Porto nach einer etwa 2 wöchigen Lieferfrist bezogen werden.

Ich hoffe euch mit diesem kurzen Beitrag zum Thema UV Fotografie wieder ein Stückchen weiter gerholfen zu haben und wünsche allseits schöne UV Fotos.

Liebe Grüße

Wolfgang Steiner