Moon and Sun in Ultraviolet
Nachdem ich mein erstes UV-Outing nun erfolgreich absolviert habe und mit den erzielten Ergebnissen mehr als zufrieden bin möchte ich ein paar andere Dinge testen. Zum Beispiel Nachtfotos in Ultraviolett.
Dies reizt mich schon deshalb weil es noch niemand probiert hat. Oder sagen wir es mal anders, zumindest habe ich noch keinen Beitrag darüber gefunden. Zu diesem Zweck braucht man natürlich eine Kamera die im UV-A Bereich recht sensibel ist womit leider die meisten normalen DSLR's von vornherein ausscheiden. Das Problem dabei ist natürlich einerseits das Rauschen des Sensors bei hoher Empfindlichkeit gepaart mit langen Belichtungszeiten, andererseits aber auch der hohe Stromverbrauch bei langen Belichtungszeiten. Den Stromverbrauch kriegt man relativ leicht in den Griff wenn man ausreichend frischen Akkus dabei hat oder wie die Kamera einfach mittels Adapter ans Stromnetz hängt. Natürlich muss auch bei Nachtfotos irgendeine Lichtquelle vorhanden sein, denn ohne Mond, künstliche Strassenbeluchtung oder Scheinwerfer gibts auch kein belichtetes Bild.
Wo im Infraroten Bereich noch wirklich einiges geht ist aber leider im Ultravioletten schon lange Schluss wie ich feststellen musste. Da hilt kein UV Scheinwerfer und auch keine langen Belichtungszeiten, ja nicht einmal eine halbe Stunde belichten führt auch nur zum kleinsten Erfolgserlebniss.Hier ein Beispielbild aufgenommen in der Nacht ohne Filter:
Setzt man nun aber den Baader U-Filter samt Schott BG-38 vor das EL-Nikkor siehts düster aus und zwar auch bei 5 Minuten Belichtungszeit und offener Blende:
UV Nachtfotos kann man also im Gegensatz zu Infrarot getrost vergessen. Und das obwohl meine Fuji angeblich besonders wenig "rauscht"! Natürlich habe ich nicht nur diese eine Testaufnahme gemacht und wirklich versucht eine Lösung zu finden, aber schlussendlich musste ich einsehen das manche Dinge nunmal unmöglich sind. Ich hab sogar probiert Mehrfachbelichtungen zu machen, dabei den Iso Wert auf 400 runter zu drehen und den Sensor zwischen den Aufnahmen immer wieder 5 Minuten abkühlen zu lassen.... hilft alles nix. Es rauscht das die Tür nicht mehr zu geht ;-)
Da ich mich aber nur sehr ungern geschlagen gebe, habe ich dann versucht den Mond in Ultraviolett zu fotografieren. Zuerst probierte ich es mit dem 63mm EL-Nikkor. Hatte funktioniert, da war er mir aber bei weitem noch zu klein und vor allem unscharf...? In weiterer Folge ging ich dann her und probierte das ganze mit dem Nikkor Ais 200mm f/4.0. War schon etwas besser, da es an der Fuji ja bereits ein 300mm Objektiv ist. Dies war noch recht simpel da für reine UV-A Fotos der Baader U-Filter mit sein unsäglich depperten M28.5mm Filtergröße ein 52mm Filteranschluss vorhanden sein muss. Sonst passt der Adapter nicht!
Schlussendlich kam ich auf die völlig verrückte Idee mein manuelles Zoom-Nikkor 50-300mm f/4.5 Ais ED auszuprobieren. In der grauen Theorie der Alleswisser für UV wegen seiner vielen Linsenelemente garantiert ungeeignet liessen sich damit jedoch die besten Ergebnisse erzielen. Nun könnte sich jemand fragen wie ich einen Filter mit dem Durchmesser 28.5mm auf ein Objektiv mit Filterdurchmesser 95mm schrauben möchte, den Mond fotografieren und dann zu einen vernünftigen Ergebnis kommen will, richtig?
Nichts leichter als das....
Okay ich gebs ja zu, ... den Stepdown Ring von 95mm auf 52mm hat nicht jeder zu Hause herumkugeln, aber sonst recht simpel, oder ;)
Dadurch das der Mond auch bei der längsten Brennweite von 300mm (450mm umgerechnet auf KB) immer noch relativ gesehen sehr klein ist kommt es zu keinerlei Vignettierung bei dieser Filter Objektivkonstellation (Zoom Nikkor 50-300mm plus Schott BG-38 plus Baader U-Filter)
Unser Mond in Ultraviolett
Aufgenommen bei klarer Nacht und wirklich strahlendem Mond am 06.10.2006 um 20:35 Uhr . Iso 800 bei Blende f/8.0 und 2 Sekunden Belichtungszeit.
Und weil wir schon beim Thema sind gleich auch noch ein Foto unserer Sonne in Ultraviolett.
Aufgenommen am 07.10.2006 um 07:50 Uhr (CET) mit meinem Zoom-Nikkor 50-300mm f/4.5 ED Ais, dem Baader U-Filter sowie dem B+W Schott BG-38 bei Iso 400 1/500sec und f/32.
Bei 4 Sekunden Belichtungszeit sieht das ganze dann schon etwas spektakulärer aus
Okay, ich gebs ja zu..... sieht nicht besonders hübsch aus, aber wenigstens hats der Sensor überlebt!





