Wolfgang Steiner Photography - MyBlog
#1

Siegfried van Noct

 

Ist auch Ende 2011 die wahrscheinlich genialste Paarung eines Sensors mit einem Objektiv überhaupt. Mit keiner anderen Kamera kann man mit bis zu ISO 25.600 fotografieren und die Bilder anschließend kommerziell verwerten.

Mir ist aber auch bewusst, dass fast die ganze Nikon Fangemeinde bereits sehnlichst auf den Nachfolger der beliebten Nikon D3s resp. dem der Nikon D700 wartet, dennoch schreibe ich heute ein paar Zeilen über die wirklich außergewöhnliche Nikon D3s – wobei die Betonung am „s“ liegt, s wie Siegfried!

In Zeiten wo überall von Krise, Schuldenbremse, Ratingagenturen, Euroschwäche und sonstigen Hiobsbotschaften in den Nachrichten die Rede ist, bemerke ich als Leser verschiedener Fotoforen nichts von alledem. Ganz im Gegenteil scheinen alle Amateurfotografen nur darauf zu warten, bis Nikon endlich offiziell die neuen Modelle vorstellt und den Liefertermin bekanntgibt. Es scheint sogar, dass der Preis dabei überhaupt keine Rolle spielt, denn die üblichen Verdächtigen diskutieren nun schon Monatelang über die techn. Spezifikationen und deren Sinnhaftigkeit, der Preis jedoch, ja der dürfte absolut zweitrangig sein.

In was für einer perfekten Welt wir hier in Mitteleuropa doch leben. In den meisten Teilen unseres kleinen blauen Planeten hungern die Menschen und das Familienoberhaupt ist den ganzen Tag über damit beschäftigt Geld für Nahrung und Kleidung zu verdienen, während wir uns die Köpfe darüber zerbrechen was Nikon wohl als nächstes vorstellen wird.

Aber sei es wie es sei, uns geht’s gut und der Rest soll uns …. gern haben, das ist doch das wichtigste, oder?

Da ich bereits voll in der Vorbereitung für meine nächste Afrikareise bin, hatte ich mir lange überlegt mit welcher Kamera ich in Namibia wohl den nächtlichen Sternenhimmel in Kombination mit den Dünen fotografieren könnte. Sollte ich genau wie tausende andere auf die Nikon D4 warten, den vollen Preis zahlen und dann als „Early Adopter“ in Afrika deren Bugs testen? Oder was wäre mit einer D800, immerhin klingen 36 MP mehr als verlockend!

Auch eine Nikon D3x wird inzwischen bereits um schlanke 5500,00 Euro gesichtet.

Ich ließ meine Afrikareise im Jahre 2007 noch einmal Revue passieren und erinnerte mich daran wie es dazumal war. Genau wie heute wartete ich vergeblich auf eine damals rein spekulative Nikon D3 und fuhr, enttäuscht wegen deren nicht Erscheinen, mit meiner Nikon D2Xs auf Reisen.

Wie gern hätte ich einen halbwegs rauschfreien Vollformatbody mitgenommen, wie gerne hätte ich damals den grandiosen Sternenhimmel abgelichtet und meine Lieben daheim gezeigt wie sich der abendliche Himmel den Menschen in Namibia präsentiert. Aber, es hat nicht sein sollen, damals im Jahre 2007. Heute gibt es das Arbeitsgerät mit dem sich alle diese Träume umsetzen lassen bereits und es heißt Nikon D3s – mein Siegfried!

Genau gesagt, wurde die Nikon D3s am 14. Oktober 2009 vorgestellt und ab Ende Dezember 2009 war sie dann auch tatsächlich in kleinen Stückzahlen verfügbar. Der Kaufpreis lag anfänglich bei rund 5000,00 Euro, gab aber wie üblich nach dem Hype, verursacht durch all die Early Adopter nach ein paar Monaten nach und betrug dann bis heute zwischen 4500,00 und 4800,00 Euro (Preisbasis ist für mich immer der österreichische Markt!)

Ich bin ausnahmsweise mal nicht gleich am Anfang auf den Zug aufgesprungen und habe jetzt von dem beginnenden Hype rund um die D4 profitiert. Meine nagelneue Nikon D3s hat mich nur 3.750,00 Euro inkl. Versand gekostet und ist nicht einmal ein Grauimport!

 

Der Grund dieses kurzen Blogeintrages ist aber nicht, dass ich jemanden davon abhalten möchte sich die Nikon D4 zu kaufen, die wird sicher sensationell und alle die es sich leisten können sollen sie kaufen, gar keine Frage. Sie wird mit Sicherheit noch ein Fünkchen besser als die Nikon D3s sein, da hege ich nicht den geringsten Zweifel. Allerdings wäre ich vorsichtig wenn ihr ein Auge auf die Nikon D800 geworfen habt und euch die Aussicht auf 36 MP derzeit die Sinne vernebelt.

Mir selbst wäre es fast so ergangen und deshalb ein kurzer Gedankenanstoß für all diejenigen die sich betroffen fühlen.

Nikon war immer sehr gut zu mir, um nicht sogar zu sagen äußerst zuvorkommend, vorsichtig formuliert. Wollte der Steiner in ferne Länder reisen und benötigte teures Equipment war immer jemand da der mich unterstützte. Dafür bin ich auch sehr dankbar. Allerdings zeigte mir meine letzte Malediven Reise, dass Megapixel nicht alles sind und dies wollte ich euch weitergeben.

Ich flog mit meiner Familie im Juli 2010 auf die kleine Insel Velidhu, wo wir 2 Wochen urlaubten. Mit dabei war wie schon gesagt die Nikon D3x samt dem neuen Nikkor AF-S VR 16-35mm f/4.0. Der Urlaub war wunderschön und da ich auch ein Ewa-Marine Unterwassergehäuse für die D3x dabei hatte, konnte ich sogar Fotos von seltenen Mantas machen.

Doch genau hier begann das Problem.

Unterwasser herrschen ganz andere Bedingungen wie hier oben bei uns Landsäugetieren. Gibt es auch nur ein wenig Plankton (trübe Sicht) und ist man auch nur wenige Meter unter Wasser nimmt der Anteil des roten Lichts rapide ab. Dies führt in Verbindung mit geringem Kontrast dazu, dass selbst bei strahlendem Sonnenschein solche Bilder aus einer sonst perfekten Nikon D3x kommen.

Zuerst das unbearbeitete Bild wie es aufgenommen wurde:

Nikon D3x - Nikkor 16-35mm - 35mm - f/5.6 - 1/1600sec - ISO 400 

 

Dann habe ich nur eine AUTO Tonwertkorrektur vorgenommen! Bereits hier wird deutlich, wieso Nikon in Zukunft ein Profimodell herstellt und der D800 zwar 36 MP verleiht, ihr aber den quasi „Profi-Status“ in Form des großen Gehäuses wegnimmt. Denn was die Qualität anbelangt ist die Nikon D3x eine reine Schönwetterkamera. Ab ISO 800 fast unbrauchbar, vergleicht man die Ergebnisse mit der Nikon D3s. Wobei es hier nicht alleine um das Rauschen an sich, sondern viel mehr um die Art und Weise wie sich das Rauschen zeigt geht.

 

 

Investiert man dann 5 Stunden in Photoshop und weiß man, wie man manipulativ eingreifen kann, sieht das Bild am Ende doch so aus, wie man es sich vorgestellt hat.

 

Die Frage die sich viele Leser aber nun stellen werden ist folgende:

Wieso soll man 5 Stunden vor dem Rechner verbringen und dutzende Ebenen erstellen und bearbeiten, wenn eine Nikon D3s das ganze ohne großen Aufwand gekonnt hätte?

Eine mehr als berechtigte Frage.

Leider ist aber nicht alles in unserer Welt logisch zu erklären und in einer Zeit wo bereits jede kleine Kompaktkamera 16 MP hat ist es doch komisch wenn man sich als fortgeschrittener Amateur eine neue SLR kauft und dann mit weniger Megapixel das Auslangen finden muss, wie jeder Dahergelaufene.

Ganz falscher Ansatz meine Freunde, ganz falsch. Vergesst was die anderen machen und konzentriert euch darauf was ihr fotografieren möchtet. Egal was Nikon in den letzten beiden Jahren alles an Fortschritt in die neue Nikon D4 gepackt hat, sie wird um maximal 1 Blende rauschärmer sein als die „alte“ Nikon D3s, denn sie hat so es wahr ist, 16,2 anstatt 12,0 MP!

Und wie wir schon beim Nachfolger der Nikon D90 (Nikon D7000) gesehen haben, machen alleine die Erhöhung der MP von 12,3 auf 16,2 locker den Technologiefortschritt der ganzen 2 Jahre wett. Oder anders gesagt…. Die neue Nikon D7000 rauscht praktisch ebenso viel wie die um 2 Jahre ältere Nikon D90 hat aber 4 MP mehr Auflösung.

Nun könnte man spekulieren ob in den letzten 2 Jahren irgendetwas außergewöhnliches passiert ist, was der Nikon D4 einen größeren Vorsprung erlaubt, ich denke aber das wir hier vergebens auf ein Wunder warten werden. Wenn die Nikon D4 auch nur um eine ganze Blende rauschärmer sein würde als die Nikon D3s wäre dies unglaublich, denn dann hätten die Techniker – trotz der zwei Jahre die sie Zeit hatten - weit mehr als bei der Nikon D7000 geschafft.

Und die Frage ob die Nikon D3s auch heute 2 Jahre nach ihrer Markteinführung noch State oft he Art ist, kann ich mit einem breiten Grinsen bejahen. Im Vergleich zur D7000 ist mein Siegfried in jeder Hinsicht eine andere Welt. Mit der D3s kann man ISO 12.800 ohne Bedenken nutzen und zur Not auch auf ISO 25.600 zurückgreifen. Wollte man die Nikon D7000 bezüglich ihres Rauschverhaltens mit einer Nikon D3s vergleichen entsprechen ISO 1600 von einer D7000 ISO 12.800 bei der D3s.

Für alle die unsicher sind habe ich hier ein paar Bildbeispiele, allesamt aufgenommen mit ISO 12.800 mit meiner Nikon D3s:

 

  12.800 ISO out of cam!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ISO 25.600

Was sagt ihr..... ISO 12.800 reichen euch nicht!

Ihr braucht mehr?

Na wie wäre es dann mit ISO 25.600?

 

Was für normale User wie Science-Fiction anmuten mag, ist für jeden Nikon D3s User Alltag, Fotos mit ISO 25.600. Wo bei den meisten Kameras bereits ISO 1600 zu unbrauchbaren Ergebnissen führt, kann der D3s Fotograf problemlos Einstellungen an seiner Kamera wählen, die selbst lichtschwache Objektive, wie zB das Nikkor AiS 1200 mm in der Nacht zu Astrotauglichen Optiken werden lassen!

Hier ein Original JPG out of cam vom Jupiter, aufgenommen gestern Abend mit der Nikon D3s und meinem Nikkor AiS 1200mm.

Nikon D3s - Nikkor AiS 1200mm - f/11 - 1sec bei ISO 25.600

 

Hier der 100% Crop des Jpg (natürlich ooc)

 

Hier ein weiteres Testfoto, ebenfalls aufgenommen mit ISO 25.600.

 

 

 


 

Liebe Grüße

Wolfgang