Wolfgang Steiner Photography - MyBlog
#1

Luna Eclipse

Gestern Abend musste ich wieder einmal am eigenen Leib schmerzlich erfahren wie wenig ich doch von einigen Teilgebieten der Fotografie weiß. Ich hatte Mondfotos bisher tunlichst vermieden, da ich dies nie als besonders interessant empfand, immerhin ist unser Satellit immer da und somit nichts Außergewöhnliches.

Da die gestrige Vollmondnacht aber auch eine totale Mondfinsternis war und ich mein neues 1200mm Objektiv ausprobieren wollte, keimte urplötzlich Interesse an einer schönen roten Mondaufnahme in mir auf.Ich wusste wo der Mond auftauchen würde, war bestens vorbereitet und das 1200er lag ebenfalls bereit. Leider hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn unser Mond zeigte sich zwar nach 21:30 Uhr langsam am Horizont, war aber selbst mit freiem Auge fast nicht auszumachen. Da die Sonne zu dieser Jahreszeit aber erst sehr spät untergeht war zudem der Himmel noch nicht schwarz sondern dunkelblau, was den Kontrast zusätzlich schmälert.

Beim Blick durch den Sucher stellte ich fest, dass ich den Mond überhaupt nicht sehen konnte, da das AiS 1200mm f/11 ED IF das Sucherbild durch die geringe Anfangslichtstärke so abdunkelt. Es dauerte gute 5min bis ich den blöden Mond überhaupt irgendwo im Sucher erkennen konnte. An scharfstellen war genauso wenig zu denken wie an vernünftige Einstellungen.Nun wurde mir schlagartig klar, wieso alle Foto die ich tags zuvor im Netz von vorhergegangenen Mondfinsternissen gefunden hatte, allesamt unscharf, verwackelt und extrem verrauscht waren.

Wenn ich den Mond selbst mit freiem Auge kaum erkennen kann, wie soll ich ihn dann fotografieren?

Rein technisch gesehen lag die wahrgenommene Helligkeit 12 Blendenstufen unter der Normalhelligkeit bezogen auf Vollmond bei klarer Nacht. Konnte ich also tags zuvor noch 1/125sec bei f/11 und ISO 100 an meiner Nikon vorwählen, musste ich gestern ISO 6400 bei 1/2sec und f/11 einstellen. Dass dies kein vernünftiges Bild zulässt muss nicht erst groß erklärt werden, denn bei einer so extrem langen Verschlusszeit muss eine Verwackelungsunschärfe sichtbar werden, ganz abgesehen von den ISO 6400, die ein wenig Korn ins Bild bringen.

Zu all dem kommt noch hinzu, dass ich auf etwas, dass ich nicht sehen kann, auch nicht fokussieren kann.Zum Glück habe ich mir aus den vergangenen Nächten gemerkt bei welcher Markierung der Mond halbwegs scharf war und diese habe ich, so gut es geht wieder aus der Erinnerung eingestellt. Alles in allem ein Desaster.

Allerdings weiß ich jetzt, wieso keine guten Fotos vom „Blutmond“ im Internet zu finden sind. Ideal wäre hier eine Nikon D3s mit dem Nikon AF-S 600mm f/4G IF-ED VR bei Offenblende. Hier wäre der Mond zwar relativ klein im Bild, allerdings müsste die Qualität auch bei ISO 6400 immer noch sehr gut sein. Meine Ergebnisse sind, leider mehr als bescheiden, aber seht selbst….

 

 

 

 Weitere Mondfinsertnisfotos folgen in Kürze.....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein paar Bilder von unserem Trabanten:

 

 

100% Crop

 

Nikkor AiS 1200mm plus TC-300

 

 

 

Nikon D7000 plus Nikkor AiS 1200mm - TC-300 - Kenko 300 Teleplus = 10.800mm Brennweite an KB (Offenblende f/64)

 

 

 

 

 

LG Wolfgang